Eine erfolgreiche Schule hat Geburtstag

Eine erfolgreiche Schule hat Geburtstag

Bildungsminister Holger Rupprecht kam zum zehnjährigen Bestehen der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule

MAZ 13.02.2010
Zum zehnten Geburtstag der Regine-Hildebrandt-Schule in Birkenwerder gab es gestern nicht nur viele Glückwünsche, sondern jede Menge Lobeshymnen.

Von Helga GERTH
BIRKENWERDER In solch eine Schule kommt man gern, und deshalb hatte sich gestern zum zehnten Geburtstag der Regine-Hildebrandt-Schule in Birkenwerder trotz neuerlichen Schneefalls eine illustre Gästeschar eingefunden: Bildungsminister Holger Rupprecht, Landrat Karl-Heinz Schröter, Jörg Klingenberg vom Staatlichen Schulamt in Perleberg, Birkenwerders neuer Bürgermeister Norbert Hagen, der Schauspieler und Freund und Förderer der Schule Andreas Elsholz sowie Vertreter der Elternkonferenz, des Fördervereins, der französischen Partnerschule in Vannes, einer bulgarischen Schule des Comenius-Projektes, von Partnern und Schulen der Umgebung. Nur zwei fehlten: Frauke Hildebrandt, die Tochter der berühmten Namensgeberin der Schule. Grippeviren hatten zugeschlagen, sodass sie kurzfristig absagen musste. Und Schulpate Campino. Er hatte sich per SMS entschuldigt, weil er gerade in Córdoba in Argentinien weilt.
„Erzählt mir doch nich, dasset nich jeht“, ein Banner mit dem legendären Spruch von Regine Hildebrandt, der Mutter Courage des Ostens, wurde gestern zum Abschluss der Festveranstaltung unter lebhaftem Beifall von Schülern und Lehrern im Foyer
entrollt. Er ist von Anfang an die Maxime der Schule mit heute 623 Schülern, 63 Lehrern und die zum Team gehörenden anderen wichtigen Mitarbeitern, von der Physiotherapeutin bis zum Zivi.
„Die Regine-Hildebrandt-Schule ist die erfolgreichste Schule des Landes Brandenburg“, sagte Bildungsminister Rupprecht, der es wissen muss. Sie sei in ihrer Art einzigartig, was Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit und Förderung der Schüler anbelangt. An der Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe lernen behinderte und nichtbehinderte Schüler gemeinsam. „Integration und Kooperation sind hier Programm“, betonte der Minister und fügte hinzu: „Hier bin ich, und ich freu’ mich.“
Schulleiter Jörg Behrendt und Schülersprecher Robin Miska erinnerten an die Vorgeschichte der Schule, die heute

 

 

landesweit am stärksten nachgefragt ist. Sie geht zurück auf das Jahr 1951, als in der benachbarten orthopädischen Klinik Kinder

und Jugendliche nicht nur behandelt wurden, sondern dort auch Unterricht erhielten. Später wurde für diese Schüler eine extra Schule gebaut, die KÖS, die Körperbehindertenschule. Nach der Wende wurde sie auf den Prüfstand gestellt. Sie hätte nicht überlebt. So wurde der kühne Gedanke geboren, aus den insgesamt vier Schulen in der Gemeinde zwei besondere zu formen. „Wir hatten damals mehr Chancen als Risiken gesehen“, betonte Landrat Karl-Heinz Schröter, der Kreis ist Träger der Bildungsstätte. Die Veränderung über den Schulversuch hin zur Integrationsschule habe sich gelohnt. Diese Schule ist seit 20 Jahren in Bewegung und bleibt es auch. Derzeit wird Baufreiheit für den Erweiterungsbau geschaffen. Die Schwimmhalle ist abgerissen, dafür laufen in der Turm-Erlebniscity in Oranienburg die Arbeiten zur Schaffung besserer Bedingungen für Behinderte. Wenn der Anbau in Form einer „Lernstraße“ 2012 fertig ist, wird die Hildebrandtschule „Vorzeigeprojekt“ für das ganze Land, ist Schröter überzeugt. Die Schüler werden dort Bildungshunger und Wissensdurst stillen können, die beide keine Dickmacher sind. Natürlich müssten Schüler zunächst Ängste im Umgang mit Behinderten abbauen, berichtet Schulsprecher Robin Miska. Aber das ginge sehr schnell. „Man sieht die Behinderung bald nicht mehr, die Betreffenden sind einfach Mitschüler wie jeder andere“, so Robin.

 

„Ich bewundere diese Schule“, sagte Monsieur Thomas von der französischen Partnerschule in Vannes. Sein Geschenk: ein Bild mit einem Segelboot. Schulleiter Behrendt fand das sehr passend. Man könne zwar den Wind nicht bestimmen, aber die Segel richtig setzen.

 

Der Chor und zwei Gruppen sorgten mit einem stilvollen Programm für den kulturellen Rahmen der kleinen Feier, die die Schüler von der Galerie aus verfolgten. Am Abend trafen sie sich dann zum Kostümfest, das sie in Eigenregie organisiert hatten.

   
 Der legendäre Spruch Regine Hildebrandts als Motto der Schule. FOTOS: ROBERT ROESKE (3), HELGA GERTH  
 
    Landrat Karl-Heinz Schröter, Minister Holger Rupprecht, Schulleiter Jörg Behrendt und Schülersprecher Robin Miska (v. I.).
   
Ein Geburtstagskranz mit zehn Kerzen zierte das Foyer.    




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23:29:14 13.02.2010 von CMS System Benutzer