Ein Ausflug in die Welt des Balletts

Die Klasse 9f der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule nahm am 18.05.2016 an einem Workshop im Staatsballett teil, nachdem sie am 13.05. in der Deutschen Oper das Ballett „Romeo und Julia“ besuchten.

Bevor der Workshop um 9:30 Uhr beginnen konnte, mussten wir uns mit erbarmungslosen BVG-Kontrolleuren rumärgern, erreichten unser Ziel aber dennoch pünktlich. Geleitet wurde der Workshop von Bettina Thiel, einer ehemaligen Tänzerin, die heute als Trainerin arbeitet.

Als erstes zogen wir uns um und Bettina Thiel führte uns zu einem großen Tanzsaal mit Spiegeln. Hier brachte sie uns erste Tanzschritte sowie die richtige Körperhaltung bei. Die „Ballettsprache“ ist überwiegend Französisch, selten auch Italienisch. Die wichtigsten Begriffe waren: plié (beugen), tendu (spannen), jeté (werfen), fondu (schmelzen).

Nach der Erwärmung wurden verschiedene, aneinander gereihte Positionen erlernt und erste Sprünge wurden einstudiert.

Als Finale der praktischen Übungen tanzten wir eine Szene aus dem Stück „Romeo und Julia“ nach. Zum unserem Gefallen erlaubte Frau Thiel uns im Anschluss das Tanzen mit Requisiten (abgestumpfter Degen).

Ein bisschen Theorie durfte jedoch nicht fehlen, so dass wir neben den aus dem Unterricht schon bekannten Informationen über William Shakespeare (Autor des Dramas) noch weitere Fakten erfuhren. Komponiert wurde das Stück 1935 von Serge Prokofieff. 1938 war die Uraufführung mit dem Choreographen John Cranko.

Das Besondere an diesem Stück ist, dass hier der Fokus auf dem Tanz, der Musik sowie Mimik und Gestik liegen. Auf ein besonders ausschmückendes Bühnenbild oder Effekte wurde bewusst verzichtet. Choreographisch anspruchsvoll wird das Stück durch viele Hebefiguren und Sprünge.

Gegen 11 Uhr hatten wir dann noch einmal die Chance professionellen Balletttänzern und -tänzerinnen beim Training zuzusehen.

Abschließend durften wir Michael Banzhaft (Tänzer „Graf Paris“) interviewen. In diesem Gespräch erzählte er davon, wie er von der Leichtathletik über das Schultheater zu seiner Leidenschaft dem Tanzen gefunden hat. Weiterhin berichtete er über den harten Trainingsalltag (sechs Mal die Woche je neun Stunden, wobei er noch zusätzliche Zeit im Fitnessstudio verbringt) und über sein Gehalt (welches in Deutschland vergleichsweise sehr fair ist). Interessant waren auch seine Erklärungen zu den Schneeboots, die alle Tänzer auf den Fluren trugen. Sie sind dafür da, um die Gelenke in den Pausen vor dem Auskühlen zu schützen.

Ich persönlich fand den Workshop interessanter, als ich vermutet hatte. Es war eine gute Erfahrung selbst an der Ballettstange zu stehen. Damit hatte man einen guten Einblick in die anspruchsvollen Aufgaben in diesem Beruf. Es steckt eine Menge Arbeit, Disziplin, Schmerz, Willenskraft aber auch Talent dahinter. Meine Hochachtung für diesen Beruf.

Jannes Sommer, 9f

       






Veröffentlicht am:
22:28:00 20.06.2016 von CMS System Benutzer