Mit guten Argumenten

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Im Wettbewerb „Jugend debattiert“ stritten Schüler über den Internet-Führerschein und die Altersvorsorge

MAZ 25.02.2012

BIRKENWERDER - Argumentieren und überzeugen – darum ging es gestern beim Regionalentscheid von „Jugend debattiert“, der an der Regine-Hildebrandt-Schule in Birkenwerder ausgetragen wurde. 24 Jugendliche aus den Sekundarstufen I und II diskutierten vorgegebene Themen.

Sollen alle Schüler ab der 8. Klasse verpflichtet werden, einen „Führerschein“ zum richtigen Verhalten in sozialen Netzwerken zu machen? Sollen Jugendliche verpflichtet werden, bereits Altersvorsorge zu betreiben? Zu diesen Fragen sollten die Jugendlichen ihre jeweiligen Kontrahenten überzeugen. Trotz unterschiedlicher Positionen verliefen die Debatten diszipliniert – nicht mit Macht, sondern mit Argumenten sollte es den Teilnehmern gelingen, sich in der Diskussion durchzusetzen. Welche Position sie dabei vertraten, wurde nicht bewertet, wohl aber Kriterien wie Überzeugungskraft, Ausdrucks- und Gesprächsfähigkeit und Sachkenntnis.

Darin schnitten in der Sekundarstufe I Jascha Rades aus Hohen Neuendorf vom Runge-Gymnasium und in der Sekundarstufe II Tabatha Urich aus Hennigsdorf vom Puschkin-Gymnasium am Besten ab. Während Jascha Rades für die Pflicht zu einem „Internet-Führerschein“ plädierte, setzte sich Tabatha Urich gegen eine pflichtgemäße Altersvorsorge im Jugendalter ein. Gute Gründe gab es auf beiden Seiten.

 

„Warum erst ab der 8. Klasse?“, fragte etwa Nicole Kempfer, die sich gegen den Internet-Führerschein aussprach. Ein Argument, das Jascha Rades zu entkräften wußte: Weil 75 Prozent der Kinder ab der 8. Klasse in sozialen Netzwerken tätig werden, argumentierte er souverän.

Auf den Wettbewerb hatten sich die Jugendlichen intensiv vorbereitet. Jascha Rades etwa, der im Vorfeld auf den Internetseiten des Statistischen Bundesamtes nach Zahlen und Fakten recherchierte. Oder Tabatha Urich, die bereits zum 4. Mal an dem Wettbewerb teilnahm und im Vorfeld bei der Deutschen Rentenversicherung anrief, um sich am Telefon Zusammenhänge des Rentensystems erklären zu lassen. Die Sachkenntnis der Schüler lobte auch die Jury: Die Jugendlichen hätten die Debatten elegant und sachkundig geführt.

Für die vier Gewinner des Regionalentscheides geht der Wettbewerb nun weiter. Zuerst aber geht es zu einem Vorbereitungswochenende mit professionellen Trainern, das gleichzeitig auf das Landesfinale am 23. März in Potsdam vorbereiten soll. Dort winkt den vier Gewinnern erneut ein Preis: Die Landessieger fahren für ein fünftägiges Seminar auf die Burg Rothenfels am Main. Damit am Ende der Kandidat mit den besseren Argumenten gewinnt. (Von Sandra Diekhoff)

     
     




Veröffentlicht am:
16:11:59 28.02.2012 von CMS System Benutzer