Lobgesang auf Sechsecke

Lobgesang auf Sechsecke

Neues Raumkonzept in der Regine-Hildebrandt-Schule

OGA 07.09.2011
Von Burkhart Keeve
Birkenwerder (MZV) Noch wurde nicht geputzt. Die Fenster sind dreckig. Dabei gehören sie zu dem Auffälligsten im neuen Anbau der Regine-Hildebrandt-Schule in Birkenwerder. Es sind große Scheiben - und viele. Fast sieht es aus, als ob es keine Wände gäbe. Viel Licht fällt nach Innen. Auch der Blick in die Flure wird nicht durch Beton verhindert. Jeder kann jedem beim Unterricht zu schauen. Das ist gewöhnungsbedürftig, sagen Lehrer und Schüler. Doch gleichzeitig leuchten ihre Augen. "Ein Unterschied wie Tag und Nacht", schwärmt eine Lehrerin. 22 neue Räume hat die Gesamtschule jetzt, 15 Klassen- und sieben Fachräume. Sie sind sechseckig, brandenburgweit eine Innovation. Die Idee hat Birkenwerder aus Oranienburg. Dort entsteht gerade das neue Runge-Gymnasium - mit sechseckigen Klassen. Dass Birkenwerder eher fertig geworden ist als das Runge in der Kreisstadt, stört Schulleiter Uwe Seidler nicht. Im Gegenteil: In der Regine-Hildebrandt-Schule holt er sich erste Tipps von Schulleiter Hansjörg Behrendt. Aber es gibt auch Probleme: Die neuen Räume sind für 24 Schüler konzipiert. Doch sie sollen mit 28 Schülern gefüllt

 

werden. "Das ist nicht akzeptabel", sagte Behrendt. Jetzt hofft er auf "die richtige Weichenstellung", wenn demnächst der neue Schulentwicklungsplan aufgestellt wird. Landrat Schröter verkaufte den Schulanbau auch als politischen Erfolg der CDU- und SPD/ LGU-Fraktion im Kreistag. Das kam nicht überall gut an. Zumal viele Lehrer und Schüler für den Erhalt des Therapiebeckens in ihrer Schule gekämpft hatten, das dem Anbau weichen musste. Auch das heutige Bildungsvorzeigeobjekt Runge-Gymnasium in Oranienburg stand einmal auf Schröters Streichliste.

Die verschmutzten Scheiben störten gestern niemanden. Sie werden verschwinden. Dem Außenbereich fehlt sowieso noch der letzte Schliff. Zur Straße hin wurden fleißig Pflastersteine verlegt. Vom Parterre aus blicken die Schüler auf eine hässliche, braune Spundwand. Eigentlich sollte ein Stück davor frei bleiben, um Pflanzen ranken zu lassen, die die dominante Wand verdecken. Eigentlich. Aber dafür werden sich - später - Lösungen finden, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

   
Na, dann Prost: Uwe Seidler(links) stößt mit seinem Schulleiter-Kollegen Hansjörg Behrendt an.
Ziemlich transparent: einer der Räume im Schulneubau in Birkenwerder.




Veröffentlicht am:
07:59:00 10.09.2011 von CMS System Benutzer