Dede - der Lebenskünstler

Besuch aus Nigeria in der Regine-Hildebrandt-Schule

Florian Bluhm, Joram Witte, Henriette Dosiehn

 

Am Donnerstag, den 12.02.2015 trafen sich Schülerinnen und Schüler der Regine-Hildebrandt-Schule in Birkenwerder mit dem Nigerianer OsobieChinedu, genannt „Dede“. Er erschien in Begleitung des Pfarrers Fricke. Dede ist einer von momentan über 12.000 Asylbewerbern in Berlin. Der 42-jährige kam vor 22 Jahren nach Deutschland als er vor dem Bürgerkrieg in Sierra Leone floh. Sein Bruder zwang ihn dazu in den Krieg zu gehen. Er heiratete in Deutschland, aber die Ehe ging schief und 2003 wurde sie geschieden. Danach ging es bergab, persönliche Krise, Drogenbesitz und –handel, Gefängnis, Abschiebehaft.Dort lernte Dede Pfarrer Fricke kennen, der ihn bis heute in vielen Hinsichten unterstützt und ein guter Freund für ihn ist. Als er schon auf dem Flughafen war, rettete ihn eine Ärztin, indem sie bewies, dass ihm der Tod drohe sobald er wieder in sein Heimatland zurückkehren würde. Somit hat er eine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland,  allerdings nur beschränkt. Zurzeit leitet er ein kleines „Social-Center“ auf dem Gelände der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg. Dieses bietet Raum, um sich interkulturell auszutauschen. Menschen aus verschiedensten Kulturen treffen hier aufeinander, um gemeinsam ihre Probleme zu bewältigen. Dede ist der Meinung, dass sich Konflikte am besten verbal und ohne Gewalt lösen lassen.

 

Durch den Pfarrer und Religionslehrer Herrn Kroll konnten die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen und der Oberstufe unserer Schule die Gelegenheit nutzen, sich mit Dede zu unterhalten und interessante Themen gemeinsam mit ihm zu diskutieren. Das Gespräch wurde in einem „Fish-Bowl-Prinzip“ geführt, wobei GesprächsteilnehmerInnen in einem Stuhlkreis Platz finden, die restlichen SchülerInnen nehmen außerhalb des Kreises Platz und können sich, wenn sie eine Frage haben, auf einen leeren Stuhl setzen und diese stellen. Diese Gelegenheit konnte einigen Schülerinnen und Schülern wichtige Eindrücke über das Leben als Flüchtling und Asylbewerber in Deutschland gewinnen und diese für die Erweiterung ihres politischen Bewusstseins nutzen. Dede, welcher eine zuvorkommende Ausstrahlung verbreitete, als er sich im Gespräch mit den Jugendlichen befand, berichtete viel über seine persönliche Geschichte, seine Probleme und sprach an, dass man, trotz widerfahrenen Leids, gutherzig mit jedem Menschen umgehen sollte. Ihm selbst gelingt das gut, dies bewiesen unsere Eindrücke. Wir waren sehr bewegt von OsobieChinedu\'s ergreifenden Lebensgeschichten und empfanden die 45 Minuten Gesprächszeit mit ihm als viel zu kurz. Osobie wirkt auf seine Mitmenschen brüderlich, ob daher wohl auch sein Spitzname „Dede“, welcher in seiner Muttersprache „Bruder“ bedeutet, kommt?

 





Veröffentlicht am:
09:01:00 27.02.2015 von CMS System Benutzer