Würdige Botschafter

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Elftklässlerin Giselle Strugale löst Robin Miska als Schülersprecher an der Regine-Hildebrandt-Schule Birkenwerder ab

OGA 13.12.2011
 Birkenwerder (MZV) Ein Lehrer kommt den Gang entlang, grüßt freundlich, fragt Robin Miska etwas, nickt auf die Antwort hin zustimmend und hastet weiter, während Miska die Tür zum Konferenzraum aufschließt. Ein kurzes Pausengespräch unter Kollegen? Nein. Robin Miska stellt Giselle Strugale vor, seine Nachfolgerin. Die 18-jährige Elftklässlerin ist seit einigen Wochen neue Schülersprecherin der Regine-Hildebrandt-Schule in Birkenwerder. Er selbst ist jetzt in der 13. Klasse und bereitet sich aufs Abitur vor. „Es hat unglaublich Spaß gemacht“, blickt Robin auf die zwei Jahre zurück. „Die Regine-Hildebrandt-Schule ist ja eine besondere Schule. Ich hatte Gelegenheit, viele interessante Leute zu treffen.“ So gehörten ein Besuch beim Bundespräsidenten und in der Staatskanzlei in Potsdam dazu. Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch durften Robin und Giselle erst vergangene Woche in ihrer Schule empfangen. Auch dass die Schüler Vertrauen zu ihm hatten, hat Robin deutlich gemerkt, und es freut ihn. Jetzt gehen erst mal die Abi-Arbeiten vor, und außerdem macht sich der 18-Jährige, unter anderem wiederum für seine Schule, für einen besseren Austausch mit Birkenwerders Partnergemeinde Villetaneuse wenige Kilometer nördlich von Paris stark, die er kürzlich mit Birkenwerders Bürgermeister besucht hat. Robin Miska lässt keinen Zweifel daran, dass Giselle Strugale genau die Richtige für die Aufgaben der Schülersprecherin ist. „Sie ist sehr gut organisiert und total zuverlässig. Sie kann wirklich gut mit jedem reden, egal ob 7. oder 13. Klasse, und wird überall respektiert.“

 

 

„Es ist für mich eine Riesenehre, dieses Amt zu übernehmen“, sagt Giselle Strugale aber erstmal. „Es ist eine große Verantwortung, die Schule nach außen hin zu vertreten.“ Auch sie betont, dass ihre Schule nicht irgendeine ist. Der gute Ruf der integrativ-kooperativen Schule, an der körperlich behinderte und nicht behinderte Jugendliche gemeinsam lernen, verpflichtet. „Verglichen mit anderen Schulen haben wir wohl weniger Konflikte“, vermutet Giselle. „Hier wird auf Augenhöhe gearbeitet, und alle nehmen sich gegenseitig sehr ernst.“ Die Gesamtschule trägt das Schild „Schule ohne Rassismus“ und macht dazu auch Projekte. Die Streitschlichter würden auch gut angenommen, sagt Giselle. Als Schülervertreterin hat sie organisatorische Aufgaben, leitet das Schülerparlament, nimmt an Konferenzen teil, vertritt die Meinung der Jugendlichen, ist Ansprechpartnerin und Vertrauensperson. Sie hält zudem die Kontakte mit Partnerschulen und mit der benachbarten Klinik.

Das eigene Schulpensum darf dabei auch nicht vernachlässigt werden. Disziplin ist also nötig. Giselle Strugale wirkt fest entschlossen, das alles hinzukriegen.

Weiter zum nächsten Termin: Robin Miska schließt die Tür vom Konferenzraum ab. Bald will er in Potsdam studieren – und vielleicht wird er in einigen Jahren wieder da sein, diesmal wirklich als Kollege. „Ja. Es ist doch schön hier“, sagt er noch einmal zur Bekräftigung und lacht.

   
Auf Augenhöhe: Fürs Foto steht Giselle eine Stufe höher als Rohin. Für ein gegenseitiges Ernstnehmen ist körperliche Größe an der Schule aber überhaupt nicht von Belang.   Foto: Weißapfel
 




Veröffentlicht am:
18:17:25 15.12.2011 von CMS System Benutzer