Nur nicht rumkommandieren

Nur nicht rumkommandieren

 OGA 13.11.2011
Birkenwerder (MZV) - Nein, nur rumkommandieren will sie nicht, auch wenn das den Chefs immer nachgesagt wird. Katja ist für eine Woche die Vorarbeiterin in der Keramikwerkstatt der Schule. Die Neuntklässlerin hat sich im Bewerbungsgespräch bewährt und ihr Führungsfähigkeiten unter Beweis gestellt. Bei der Schul GmbH, die in der letzten Woche an der Regine-Hildebrandt-Schule lief, sollen die 120 Neuntklässler erste Erfahrungen bei Einstellungstest sammeln und Praxisluft schnuppern, um einen Eindruck von einem Arbeitsalltag zu bekommen. Geschäftsführer des Unternehmens war Mathematik- und Erdkundelehrer Siegbert Borchardt. Er organisiert jetzt schon seit über einem Jahrzehnt das Projekt an der Regine-Hildebrandt-Schule. "Die Schüler durchlaufen mehrere Tests, ein Einstellungsgespräch und bekommen dementsprechend ein Berufsfeld zugeteilt", erklärt er. So stehen Arbeiten in der Marketing-Abteilung, in der Kantine, im Handwerk- oder im Medienbereich zur Verfügung.  seit einer Woche in der Keramik-Werkstatt. "Ich finde die Schul GmbH ist eine gute Idee."

Im Nachbarzimmerr wird in der Druckwerkstatt ordentlich gemalt, gewalzt und geschnitten. Die Lehrer Tobias Thuge und Judith Pries arbeiten als Abteilungsleiter und beobachten den genauen Vorgang. Hier entstehen Kalender mit Stadtansichten. "Wir haben zunächst eine Auswahl der Stadtmotive getroffen, anschließend wurden die Bilder spiegelverkehrt

 

aufgezeichnetet. Dann schneiden die Schüler dieses Motiv in das Linoleum und drucken es auf Papier", erklärt Judith Pries.

Die fertigen Exemplare können dann auf dem Weihnachtsmarkt der Schule gekauft werden, der findet am 25. Dezember im Schulgebäude statt. Der Schüler Sven hat bei den Dekoartikeln das Sagen und weiß über seine Produkte genau Bescheid. "Wir haben einen Pyramiden-Weihnachtsbaum, eine Pinnwand, ein Apfelhäuschen und einen Alexanderknoten", sagt der Neuntklässler.

An Letzterem werkeln gerade Luces und sein Kollege Tobias. Mit Säge, Schleifpapier und Schraubzwinge arbeiten sie eine Woche praktisch, ohne über Arbeitshefte und Lehrbüchern zu hängen. Für die Arbeit mit den Zahlen sind Philipp und Christopher verantwortlich. "Wir geben den Angestellten am Anfang des Tages ihre Birklinge aus, machen den Essensplan für den nächsten Tag und fertigen Lohnlisten an", erklärt der Lohnbüro-Chef Philipp. Der Birkling ist übrigens die Währung der arbeitenden Bevölkerung an der Schule, für die sie sich während ihres Arbeitstages in der Kantine etwas kaufen. Außerdem erhalten sie am Ende des Tages ihren Lohn.

Philipp möchte später nicht unbedingt zu viel mit Zahlen arbeiten. "Ich möchte lieber handwerklich arbeiten. Mein Traumberuf ist Fliesenleger", sagt der Neuntklässler. Erste Erfahrungen für Bewerbungen und Einstellungstests konnte er nun sammeln.

   
 Vorarbeiter: Phillip macht seinen Job gut, will später aber nicht am Computer sitzen.  © Dietrich
 




Veröffentlicht am:
22:55:50 15.11.2011 von CMS System Benutzer