Schuljahr 2017/2018 - Die Regine-Hildebrandt-Gesamtschule wird (bleibt) Schule des Gemeinsamen Lernens

Bei uns ist jeder willkommen – unter diesem Motto starteten wir 1999 und seither ist der gemeinsame Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Beeinträchtigung Grundlage unseres Bildungs- und Erziehungskonzeptes.

Integration - Inklusion - Gemeinsames Lernen, im Wesentlichen alles Begriffe, die letztlich das Gleiche meinen, auch wenn der Inklusionsbegriff viel weiter gefasst ist und jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit beschreibt. Niemand muss aufgrund einer Beeinträchtigung, sei sie körperlicher oder emotionaler Art oder auch verbunden mit Lernschwierigkeiten, Sinnesbeeinträchtigungen oder einer Autismus-Spektrum-Störung eine andere Schule besuchen.

Dass das Gemeinsame Lernen trotz unterschiedlichster Lernvoraussetzungen gut funktionieren kann, wissen wir nicht erst seit dem Jacob-Muth-Preis, den jährlich zahlreiche Schulen bundesweit begehren und der uns 2012 verliehen wurde[1].

Aufgrund guter Erfahrungen sowie Erfolgen war es für uns also eine Selbstverständlichkeit, sich für das Projekt der Landesregierung Schule für Gemeinsames Lernen zu bewerben. Unser eingereichtes Integrationskonzept überzeugte, wir wurden ausgewählt und bekommen nun zusätzliche Ressourcen. Allein 70 zusätzliche Lehrerwochenstunden stehen uns ab dem kommenden Schuljahr zur Verfügung, um die Schülerinnen und Schüler, die besondere Hilfe benötigen, beim Lernen zu unterstützen und gleichzeitig diejenigen mit Begabungen zu fördern. Noch mehr als bisher können wir zwei Lehrkräfte in einem Fach einsetzen, damit sie jedes Kind bzw. jeden Jugendlichen beim Lernen individueller fördern können.

Gemeinsamer Unterricht an der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule in Zahlen:

Schülerinnen und Schüler unserer Schule

780

davon mit sonderpädagogischem Förderbedarf

91

Lehrkräfte

79

davon Sonderpädagogen

9

Pädagogische Unterrichtshilfen

(auch an anderen Schulen eingesetzt)

10

Einzelfallhelfer

11

2014 untersuchte die Schulvisitation, wie uns Gemeinsamer Unterricht gelingt. Wir sind nicht perfekt, doch das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Hier in einer grafischen Darstellung der Vergleich mit anderen Schulen. Im kommenden Dezember werden wir erneut visitiert und hoffen, weiter vorangekommen zu sein.

[2]

Unsere Leitziele: Leistungsbereitschaft, Selbstständigkeit, Toleranz, Teamfähigkeit, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein

Wenn Inklusion gelingt und die Bedingungen gut sind, dann haben alle etwas davon, mit- und voneinander zu lernen. Schnelle Lernende sind für diejenigen mit Schwierigkeiten sehr gute und wichtige Vorbilder, doch es profitieren nicht nur die vermeintlich Schwächeren. „Selbstständigkeit in der Aneignung neuen Wissens, Erklärungsfähigkeit, Präsentationstechniken, Kooperation, Toleranz gegenüber Schwächen. … gute Lern- und Sozialkompetenzentwicklung […] günstigeres Klassenklima …“[3] – einen Zuwachs in diesem Bereich, das beobachtete die wissenschaftliche Begleitung im Gemeinsamen Lernen auch bei den Leistungsstarken.

Neben Wissensvermittlung und Kompetenzerwerb in den einzelnen Fächern steht an unserer Schule auch der Erwerb emotionaler und sozialer Fähigkeiten im Vordergrund. Wir haben die Aufgabe, die Kinder und Jugendlichen zu befähigen, damit sie die Anforderungen und Schwierigkeiten des täglichen Lebens erfolgreich bewältigen können. Die Weltgesundheitsorganisation definiert Lebenskompetenz wie folgt: „… sich selbst zu kennen und zu mögen, sich in andere hineinzufühlen, kritisch und kreativ zu denken, erfolgreich zu kommunizieren und Beziehungen zu führen, Entscheidungen durchdacht zu treffen, Probleme lösen zu können sowie Gefühle und Stress zu bewältigen.“

Was wäre besser geeignet, Lebenskompetenz[4] zu trainieren, als eine bunt gemischte Klasse, in der die Verschiedenartigkeit und die Vielfalt geschätzt und genutzt werden.

Für die erweiterte Schulleitung Kathrin Voigt
Birkenwerder, den 15.06.2017



[2] Quelle: Visitationsbericht Regine-Hildebrandt-Gesamtschule 2014.

[3] Vgl. Brandenburg auf dem Weg zur inklusiven Schulentwicklung bis 2020 Analyse und Empfehlungen zur Umsetzung Durchgeführt von Prof. Dr. Ulf Preuss-Lausitz (i. R.) TU Berlin Institut für Erziehungswissenschaft Durchführungszeitraum Juni 2011 bis August 2011